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Kinder & Jugend

Schlagwort: #SOZIALSERVICE

AWO Suppenküche macht Station in Unterhaching – Austausch zum Thema Wohnen

Unterhaching – In die Öffentlichkeit gehen und Probleme offen ansprechen – das macht die AWO Wohnungsnotfallhilfe mit ihrer schon traditionellen Suppenküche. Sie findet jedes Jahr in einer anderen Gemeinde des Landkreises München statt. Doch das Thema, das im Mittelpunkt steht, ist immer das gleiche: Wie lässt sich bezahlbarer Wohnraum schaffen? Und der, den es noch gibt, auf Dauer erhalten?

Für Obdach bei dem Treffen, das dieses Mal vor dem Rathaus in Unterhaching stattfand, sorgten die Pfadfinder Royal Rangers. Sie hatten eine Jurte aufgestellt als perfekten Schutz gegen Wind und Regen. Viel soziales Engagement steckte auch hinter der Zubereitung der mexikanischen Gemüsesuppe. Dabei leisteten Mitarbeiter*innen des Fondsfinanz an ihrem SocialDay tatkräftige Unterstützung. Das Unternehmen stellt ihre Mitarbeiter*innen drei Tage im Jahr für soziales Engagement frei. „Es hat uns großen Spaß gemacht, hier mitarbeiten zu dürfen“, sagte Stephanie Haberl und fügte hinzu: „Danke, dass wir dabei sein durften.“ SocialDays seien die Gelegenheit, sich ein Bild davon zu machen, in welchen schwierigen Situationen viele Menschen steckten.

Steigende Mietkosten, höhere Ausgaben für Energie und die täglich benötigten Lebensmittel stellen die Menschen vor Herausforderungen. Am schwersten aber trifft es die, die ihre Wohnung verlieren. Genau das will die FOL, die Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit, verhindern. Seit 2007 unterstützt sie Menschen in Wohnungsnot.

„Ein sinnvolles Treffen am unsinnigen Donnerstag“, lobte Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer, der den Platz vor dem Rathaus zur Verfügung stellte. Er bedankte sich bei der AWO für „die Anregung zum Austausch über ein so wichtiges Thema“. Otto Bußjäger, Mitglied im Kreistag und Vertreter des Landrats, wundert sich über den Wertewandel in der Gesellschaft. Darüber, dass die Menschen so viele Freunde in Facebook und Instagram hätten, aber keinen Kontakt zum unmittelbaren Nachbarn. Die AWO aber sei mit den Menschen im Gespräch. „Sie steht für Achtsamkeit, Wohlwollen und hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen Bedürftiger“, stellte Bußjäger fest.

„Wir wollen sensibilisieren für die Probleme im Landkreis und miteinander ins Gespräch kommen“, sagte AWO Vorstand Michael Germayer. Und Fachbereichsleiter Stefan Wallner hatte eine klare Botschaft an die Politiker und Vertreter der Kommunen: „Wenn gespart werden muss, dann fangen Sie damit bitte nicht unten bei den Ärmsten an.“

Mit dabei waren Kreisrätin und stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche, Kreisrat und stellvertretender Landrat Christoph Nadler, Gemeinderätin Evi Karbaumer und 2. Bürgermeisterin Johanna Zapf, Klawotte-Leitung Gabriela Goltios, Gemeinderätin Sabine Schmierl sowie die AWO Ortsvorsitzende Waltraud Rensch.

14.02.2024

Jugendmigrationsdienste (JMD) schlagen Alarm – die geplanten Kürzungen sind das Aus für eine erfolgreiche Integration

Landkreis – Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2024 sieht für die Jugendmigrationsdienste (JMD) Kürzungen von mehr als 40 Prozent vor. Die Arbeit des JMD-Programms „Respekt Coaches“ zur Demokratiebildung und Extremismusprävention an Schulen müsste in Folge ganz eingestellt werden. Für eine Aufstockung statt Kürzung der Mittel kämpfen die JMD-Mitarbeiter*innen anlässlich eines Aktionstags.

Auf der Kippe stehen damit auch die Arbeitsplätze für den Jugendmigrationsdienst und den „Respekt Coach“ im Landkreis München.

„Respekt Coaches“ engagieren sich an Kooperationsschulen mit dem Ziel, die Demokratie zu stärken, Menschenfeindlichkeit und Extremismus in allen Formen vorzubeugen und jungen Menschen demokratische Werte zu vermitteln.

Kerngeschäft der Jugendmigrationsdienste ist die Hilfestellung bei den mit dem Zuzug verbundenen Herausforderungen. Ob Schulangelegenheiten oder Deutschkurse, Praktika oder Ausbildungsplätze, Freizeitangebote und das Kennenlernen Gleichaltriger – die JMD beraten kompetent, schaffen Raum für Begegnung und ermöglichen jungen Menschen aus der EU und anderen Ländern, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Die Nachfrage nimmt flächendeckend zu. Damit das Chancenaufenthaltsrecht und das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz ihre Wirkung entfalten können, sind die JMD-Fachkräfte als Ansprechpartner unerlässlich. Notwendige Voraussetzung hierfür wäre eine deutliche Aufstockung des sowohl bei der Zielgruppe als auch in den lokalen Netzwerken bewährten JMD-Programms. Stattdessen wird gekürzt!

„Mit diesen Kürzungen sind die Startchancen und somit die gesellschaftliche Teilhabe vieler junger Menschen massiv beeinträchtigt und per politischem Beschluss aktiv geschwächt“, kritisieren Maximilian Stelzer, Wendelin Wupperman und Alexine Zapf vom Jugendmigrationsdienst für den Landkreis München. Die Folge sei der Abbau der seit drei Jahren bewährten Integrationsarbeit. Stelzer: „In Zeiten vielfältiger Krisen und Kriege sind die Jugendmigrationsdienste (JMD) wichtiger denn je, sowohl für junge Menschen als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Integration bedeutet auch, Jugendliche in Ausbildung und Beruf zu bringen. Das ist unser Job.“

Jährlich werden bisher 120.000 junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren von bundesweit 500 Jugendmigrationsdiensten beraten und begleitet.

Die Mitarbeiter*innen des JMD geben Folgendes zu bedenken:
Eine Rekordzahl von rund fünf Millionen Menschen hat vergangenes Jahr in der erweiterten EU Schutz gesucht (Quelle: Jahresbericht Europäische Asylagentur in Valletta). Die Zahl der Menschen, die flüchten, wird aufgrund äußerer Umstände wie Kriege, Verfolgungen und Umweltkatastrophen weiter steigen. Die Frage ist daher nicht, ob man die Zahl der Menschen, die nach Europa kommen, beschränkt, sondern wie man mit diesen Menschen innerhalb der europäischen Grenzen und Länder umgeht.

13.09.2023

Bayerische Demenz-Woche: Der AWO Betreuungsverein rät zur Vorsorge mit 18, nicht erst mit 80

Das Thema Demenz in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken ist das Ziel der Bayerischen Demenzwoche vom 15. bis 24. September 2023. Mit voranschreitender Alterung der Gesellschaft nimmt die Anzahl der Menschen mit Demenz zu. Heute leben in Bayern mehr als 240 000 Betroffene. Ziel der Demenzwoche ist es, durch Aufklärung Ängste abzubauen und die Lebensqualität Betroffener und ihrer Angehörigen zu verbessern.

Der SozialService des AWO Kreisverbands München-Land e.V. beteiligt sich mit zwei Veranstaltungen an der Demenzwoche. Unter dem Motto „Mit 18, nicht erst mit 80 – Rechtzeitig Vorsorge treffen“ beraten die Mitarbeiter*innen des Betreuungsvereins zur Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung und informieren zum Ehegattennotvertretungsrecht. Wer mitten im Leben steht, der schiebt diese Themen gerne vor sich her, weiß Stefanie Sonntag, Fachbereichsleitung des AWO SozialService, rät aber zum Handeln: „Mit Hilfe des AWO Betreuungsvereins sollte es gelingen, rechtzeitig die Weichen für das spätere Leben zu stellen.“

  • Der AWO Betreuungsverein informiert am Dienstag, 19. September, 10 bis 14 Uhr, im Familienzentrum Alte Apotheke, Bahnhofstraße 30, in Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
  • Am Freitag, 22. September, 14 bis 17 Uhr, vor der Klawotte Unterschleißheim in der Landshuter Straße 35.

Unterstützt werden sie dabei von den jeweiligen AWO Ortsvereinen, vom OV Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit der Vorsitzenden Karin Döhnel und dem OV Unterschleißheim-Lohhof mit dem Vorsitzenden Dr. Edward Bednarek.

Bei beiden Veranstaltungen liegen die Formulare zum Thema „Vorsorge“ zum Mitnehmen bereit. Gerne kann auch eine Individuelle Beratung vereinbart werden.

Diese Termine des AWO Kreisverbands München-Land e.V. und viele weitere Termine auf der Website unter www.demenzwoche.bayern.de.

Hintergrundinformationen:

„Nicht jede Vergesslichkeit ist mit einer beginnenden Demenz gleichzusetzen“, sagt Stefanie Sonntag. „Jeder vergisst einmal etwas und erinnert sich später meist wieder.“ Trotzdem sei es mit zunehmendem Altem wichtig, auf Signale zu achten, denn nur wer rechtzeitig handle, kann im Vorfeld selbst Entscheidungen treffen und sie an Personen seines Vertrauens weitergeben.

Der Wille der betroffenen Person sollte am besten schriftlich festgehalten werden, zum Beispiel in Form einer

  • Betreuungsverfügung
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht

Was dabei zu beachten ist, darüber informieren gerne die Mitarbeiter des AWO Betreuungsvereins.

Kern der Betreuungsverfügung ist, eine*n Betreuer*in für den Fall zu bestimmen, dass eine Betreuung erforderlich wird. Mit der Verfügung können Personen ausgeschlossen werden, die keinesfalls in Betracht kommen. Außerdem können rechtzeitig Vorstellungen und Wünsche schriftlich festgehalten werden, die im Falle einer späteren Betreuungsbedürftigkeit eventuell nicht mehr klar geäußert werden können.

Die Patientenverfügung ist für den Fall wichtig, dass der eigene Wille krankheitsbedingt oder nach einem Unfall nicht mehr geäußert werden kann. Hier kann verbindlich festgelegt werden, welche ärztliche Maßnahmen erwünscht und welche unerwünscht sind. Eine Kopie davon geht an den Hausarzt, eine an die in der Vorsorgevollmacht bevollmächtigte Vertrauensperson.

Die Vorsorgevollmacht ist eine Verfügung für den Fall, dass im fortgeschrittenen
Alter oder bei Erkrankungen das Urteils- und Entscheidungsvermögen beeinträchtigt ist. Es kann eine Person bestimmt werden, die in diesem Fall entscheiden wird. Die Details sollten im Vorfeld mit der bevollmächtigten Person besprochen werden. Das Dokument muss von der betroffenen sowie von der ausgewählten Person unterzeichnet werden.

Die Mitarbeiter*innen unterliegen der Schweigepflicht, die Angebote sind kostenfrei.

Mehr dazu und alle Ansprechpartner auf www.awo-kvmucl.de/sozialservice oder Tel. 089/40 28 79 722, betreuungsverein@awo-kvmucl.de

12.09.2023

Zehn Jahre Klawotte Unterschleißheim – Wie ein Magnet zieht die AWO Einrichtung bis heute die Menschen an

Landkreis – Los ist immer etwas, wenn die AWO Klawotte in Unterschleißheim geöffnet hat. Aber am 21. Juli war der Andrang besonders groß. Es kamen nicht nur die Stammkunden, sondern auch eine Menge Honoratioren und Gemeindebürger, denn es wurde das zehnjährige Bestehen gefeiert.

Am 20. Juli 2013 war die Klawotte an den Start gegangen und ist seither aus dem Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Mit Unterschleißheim war das Triple geschafft: Nach Ottobrunn/Riemerling und Martinsried war dies die dritte Klawotte, die der AWO Kreisverband München-Land e.V. eröffnet hat, stellte Präsidiumsvorsitzender Max Wagmann fest. Fünf AWO Klawotten gibt es mittlerweile im Landkreis, eine weitere im Landkreis Starnberg. „Die Klawotten sind eine Erfolgsgeschichte“, so Wagmann. Ein Erfolg, der vor allem den vielen engagierten Ehrenamtlichen zu verdanken sei.

Wie Otto Bußjäger, stellvertretender Landrat, feststellte, habe die AWO mit den Klawotten wieder einmal eine passgenaue Lösung geliefert. Sie habe den ökologischen Aspekt der Wiederverwertung lange vor der Öko-Bewegung erkannt. Hinzu komme die soziale Komponente der Hilfe, die leider von immer mehr Menschen in Anspruch genommen werden müsse. Bürgermeister Christoph Böck gab offen zu, dass er vor zehn Jahren bei der Eröffnung hinsichtlich der Nachfrage ein bisschen skeptisch gewesen sei. Doch in den Jahren habe sich die Klawotte zu einer wichtigen Hilfseinrichtung und einem gerne besuchten Treff in der Gemeinde entwickelt, der Zukunft habe.

„Die Klawotte hat sich vom Kind zum Vorschulkind und jetzt zum Teenager entwickelt“, freute sich Gabriele Schmid-Scherr, die seit der ersten Stunde die Klawotte leitet. Die Spenden ermöglichten es, ein interessantes, buntes und gepflegtes Warenangebot anzubieten und damit den Menschen, die nicht das große Geld in der Tasche haben, zu helfen, sagte sie. Die Klawotte sei ein Ort der Begegnung und des Austauschs für alle Bürger*innen. Allen stehe das Haus für den Einkauf offen – nicht nur Bedürftigen.

Den Spendern dankte sie für ihre Treue. Nur so sei es ihr und ihren 70 ehrenamtlichen Helfer*innen in den vergangenen Jahren möglich gewesen, so vielen Menschen zu helfen und sie glücklich zu machen. Glücklich macht offenbar auch die Arbeit in der Klawotte. 16 Mitarbeiter*innen sind seit der ersten Stunde dabei und denken nicht an den „Ruhestand“.

 

Am Prinzip der Klawotte hat sich seit der Gründung nichts geändert: Engagierte Bürger spenden gut erhaltene Kleidung, Spielsachen, CDs sowie Haushaltswaren, die von den ehrenamtlichen Helfern der Klawotte sortiert und mit bezahlbaren Preisen ausgezeichnet werden. Bedürftige können sogar für die Hälfte einkaufen.

Mehr Infos zu unseren sechs AWO Klawotten unter www.klawotte.de

08.08.2023

Die AWO Schuldnerberatung warnt: Mit der Inflation steigt das Schuldenrisiko

Landkreis – „Was können wir uns noch leisten? – Überschuldungsrisiko Inflation“ – so lautet das Thema der Aktionswoche der Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom 12. bis 16. Juni 2023.

„Wir spüren alle deutlich, dass die Preise für Lebensmittel ebenso ansteigen wie die für Energie und Mieten“, sagt Stefanie Sonntag, Leitung der AWO Schuldner- und Insolvenzberatung des Kreisverbands München-Land e.V. „Besonders hart trifft es Haushalte mit knappem Einkommen, die es schon vor dem Anstieg der Inflation kaum geschafft haben, über die Runden zu kommen. Für Bezieher*innen von Sozialleistungen wird es immer schwieriger.“

Wenn bereits deutlich mehr als ein Drittel des Einkommens für die Wohnungsmiete ausgegeben werden müsse, wie dies im Landkreis oftmals der Fall sei, seien die stark gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten kaum mehr zu stemmen, ohne das Konto zu überziehen, sagt Sonntag. Hinzu kommt, dass der ohnehin schon teure Dispokredit noch kostspieliger wird. Aber gerade Haushalte mit knappem Einkommen müssen diesen viel häufiger nutzen. Ebenso wird es für manche Familie, die sich ein Eigenheim geleistet hat, ein böses Erwachen geben, wenn die Anschlussfinanzierung nach dem Auslaufen der Zinsbindung und der Neuverhandlung spürbar teurer wird.

„Betroffene bemühen sich, die Löcher zu stopfen. Aber auf die Beratungsstellen kommt zeitverzögert eine steigende Nachfrage zu“, sagt Sonntag. Das belegt die jüngste Umfrage der AG SBV. Der Beratungsbedarf wächst deutlich. Den Schuldnerberatungsstellen kommt als erste Anlaufstelle eine wichtige Funktion
in der Information der Menschen zu – hier kann über Ansprüche und Verfahrenswege
aufgeklärt und der Zugang zu existenzsichernden Leistungen aufgezeigt werden.

Erreichbarkeit der Behörden ist erforderlich

Die Hilfesuchenden ebenso wie die Beratenden sind zwingend auf
die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit der zuständigen Behörde angewiesen. Wie eine
Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) belegt, sind viele Jobcenter in Folge der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen nach wie vor schlecht erreichbar. Beratungsprozesse und die Auszahlung von existenzsichernden Maßnahmen ziehen sich hin, Fristen können nicht eingehalten

werden. Und auch der Forderung nach einfachen, verständlichen und gebündelten Anträgen für die Betroffenen schließt sich die AWO Schuldner- und Insolvenzberatung an.

Mehr Infos auf der AWO Homepage www.awo-kvmucl.de/sozialservice-uebersicht/

Haben auch Sie festgestellt, dass Ihre monatlichen Ausgaben gestiegen sind? Mit dem Inflationsrechner können Sie Ihre persönliche Inflationsrate ausrechnen:

https://service.destatis.de/inflationsrechner/

07.06.2023

Die digitale Welt erschwert die Hilfe für Wohnungslose und Schuldner

Landkreis – Corona, der Ukraine-Krieg, Inflation und Zukunftsfragen beschäftigen die Menschen. Ganz oben steht die Angst, mit den steigenden Kosten die Wohnung zu verlieren oder in den Schulden zu versinken. Entsprechend groß ist die Zahl der Anfragen bei der AWO Wohnungsnotfallhilfe und der Schuldnerberatung des Landkreises München. Im vergangenen Jahr haben 2.429 Bürger, darunter 376 Kinder, den Kontakt gesucht, um sich wegen drohenden Verlusts der Wohnung beraten lassen, wie aus der Statistik hervorgeht. 362 suchten Hilfe in der Schuldnerberatung.

225 Landkreis-Bürger*innen, darunter 76 Kinder, mussten 2022 als obdachlos eingewiesen werden. Um sie nimmt sich die AWO Wohnungslosenberatung an, die in drei Verbünden mit 22 Gemeinden einen Vertrag geschlossen hat. Bis zum Ende des Jahres konnten 94 von ihnen – das sind 42 Prozent – die Notunterkunft wieder verlassen. 46 Prozent davon bezogen eine Wohnung mit Mietvertag, 15 Prozent eine
Sozial-/Gemeindewohnung, vier Prozent kamen in eine stationäre Einrichtung oder ins Seniorenheim.

2012 hatten 26 Prozent der Bürger, deren Wohnraum damals gefährdet war, eigene Einnahmen wie Rente oder Arbeitslohn, waren als Selbstständige beschäftigt oder verfügten über Lohn mit ergänzenden Leistungen. Heute trifft das bereits auf 55 Prozent der Hilfesuchenden zu.

Schöne neue Welt mit QR-Code

Stark zugenommen hat vor allem in der Corona-Zeit die digitale Beratung und die Hilfe am Telefon. Sie macht mehr als die Hälfte der Beratungen aus. Stefan Wallner, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe, sieht das skeptisch. „Wie kann ich den Menschen und seine Probleme im Internet oder am Telefon einschätzen?“ fragt Wallner. „Wie erkenne ich am Telefon einen Messi? Wie stelle ich fest, ob ein Ratsuchender Trinker ist?“ Und wie einem Hilfesuchenden den QR-Code erklären, mit dem er sich Formulare herunterladen kann?

Hinzu kommt das Pingpong-Spiel mit den Behörden. Wallner: „Wo früher im persönlichen Gespräch die Probleme erörtert und gemeinsam gelöst wurden, verschwinden sie heute im digitalen Nirwana. Antragsformulare werden ausgefüllt, losgeschickt und landen in einer großen Wolke, der sogenannten Cloud. Wie es weitergeht, das ist die Frage. Was sage ich dem Klienten, dessen Schicksal von der Antwort abhängt?“

Mitarbeitern geht die Luft aus

Hilfestellung in enger Zusammenarbeit, das ist das Ziel des AWO Sozialservice.  Aber auch bei der Schuldner- und Insolvenzberatung ziehen sich Antrag und Bearbeitung oft über Monate hin. Die Klienten sind die Leidtragenden, aber auch den Mitarbeiter*innen geht die Luft aus.

„Wir wollen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen, aber dafür bleibt immer weniger Zeit“, sagt Stefanie Sonntag, Leitung des SozialService. Das sieht sie als einen Grund, warum viele Sozialarbeiter*innen an ihrem Job zweifeln. Sonntag: „Ohne Erfolgserlebnis macht die Arbeit keinen Spaß. Digitalisierung und anonyme Arbeitsprozesse fressen so viel Beratungszeit, dass für die umfassende Beratungsarbeit, die eigentlich erforderlich ist, nicht mehr viel Zeit bleibt.“

Gründe für die Überschuldung sind Niedrigeinkommen in einem immer teurer werdenden Landkreis. Aber auch Verlust der Arbeit oder Schicksalsschläge wie Krankheit oder Unfall führen in die Verschuldung. „Je früher die Unterstützung der Schuldnerberatung geholt wird, desto schneller kann der Mensch wieder schuldenfrei leben“, sagt Stefanie Sonntag.

Auch der AWO Betreuungsverein sieht immer mehr Menschen, die ihr Leben lang die Verantwortung für sich getragen haben und nun wegen der Digitalisierung und der immer komplizierteren Antragsflut den Überblick verlieren. Kommt noch eine Erkrankung hinzu, ist Unterstützung durch eine gesetzliche Betreuung notwendig.

20.04.2023

Die AWO Klawotten – Preiswert einkaufen für einen guten Zweck

Landkreis – Steigende Energiepreise, Inflation, Existenzangst – darunter leiden im Moment viele Menschen. Gründe dafür, dass das Angebot der AWO Klawotten immer höher im Kurs steht. Wer in einem der sechs „Sozialkaufhäuser“ auf Shopping-Tour geht, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Ressourcen und die Umwelt. Denn alles was, dort im Angebot ist, ist ausnahmslos gespendete Ware. Auch Einkäufer, die sich nicht als bedürftig bezeichnen, können dort auf Schnäppchenjagd gehen und tun dabei Gutes, denn der Erlös kommt immer einem wohltätigen Zweck zu gute.

Neugierig geworden?

Das Bürgerjournal Gräfelfing hat die Klawotte Martinsried besucht. Hier der Bericht auf Seite 26 bis 29:

www.graefelfing.de/fileadmin/user_upload/Rathaus_Buergerservice/Publikationen_Filme_Bilder/Buergerjournal/Buergerjournal-Graefelfing-2023-1.pdf

29.03.2023

AWO punktet in Planegg mit Suppenküche und Escape-Game

Landkreis – Wenn der SozialService einlädt ein, dann lassen sich Politiker und Wohnungs-Experten aus dem Landkreis München nicht zweimal bitten. Auch zur diesjährigen Suppenküche kamen alle, selbst wenn der Regen zeitweise in die dampfende Suppe tröpfelte. Traditionell ist diese Veranstaltung die Gelegenheit, über das Thema Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit mit AWO Vorstand Michael Germayer und Stefan Wallner, dem Leiter der AWO Wohnungsnotfallhilfe, ins Gespräch zu kommen.

„Wir spüren hier etwas von der Lebenssituation der Menschen, die keine Wohnung finden“, sagte Martin Berni. Der Leiter der Straßenambulanz in Ingolstadt zog sich unter die schützende Plane zurück. Doch die Wohnungslosen sollten mehr haben als eine Plane über den Kopf. „Die AWO sorgt dafür, dass das soziale Gesicht im Landkreis ein freundliches ist“, lobte stellvertretender Landrat Otto Bußjäger in seiner Begrüßung. Der wirtschaftliche Abstieg könne im reichen Landkreis München schnell gehen, gab Bußjäger zu bedenken. „Gut, dass es als Auffangnetz die AWO gibt“, sagte er und prophezeite, dass auf den Sozialverband viel Arbeit zukomme.

Auch Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel bedankte sich für das Netzwerk, das die AWO aufgebaut habe und das für die Menschen in der Gemeinde hilfreich sei. Das bestätigten der Gräfelfinger Bürgermeister Peter Köstler, Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger und seine Stellvertreterin Judith Grimme sowie Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux. Auch J. Fisch, stellvertretender Leiter des Jobcenters, baut auf weitere gute Zusammenarbeit mit der AWO.

Für die Zubereitung der Suppe erhielten Tanja Fees, Wohnungsnotfallhilfe, und ihr Freund Markus tatkräftige Unterstützung von Maria, Hans und Marco. Die drei Mitarbeiter von Beckman Coulter, einem der weltweit führenden Hersteller von Messinstrumenten und Assays für die Medizin, halfen anlässlich eines Social Days bei der Zubereitung der Suppe. Statt für messgenaue Laborwerte sorgten sie für ein warmes Essen und waren dabei sehr zufrieden. „Uns macht das großen Spaß“, stellten sie fest und wollen gerne wieder helfen.

Zurück in die Gesellschaft – Kein Kinderspiel

Neben der Suppenküche lud der AWO Kreisverband München-Land e.V. zum Escape-Game mit dem Titel „Willkommen im Behördendschungel“ ein. Die Veranstaltung für Jung und Alt, organisiert in Kooperation mit der Würmtal-Insel, zeigte spielerisch, wie schwierig es sein kann, nach einem Schicksalsschlag den Weg durch den Behördendschungel zurück in Gesellschaft zu finden. „Das verlangt viel Geduld und Geschicklichkeit“, stellte Katharina fest und fischte mit einer Gerte nach dem Dach ihres Hauses. „Wer die Geduld verliert, hat verloren“, weiß sie jetzt.

Landkreis – Wenn der SozialService einlädt ein, dann lassen sich Politiker und Wohnungs-Experten aus dem Landkreis München nicht zweimal bitten. Auch zur diesjährigen Suppenküche kamen alle, selbst wenn der Regen zeitweise in die dampfende Suppe tröpfelte. Traditionell ist diese Veranstaltung die Gelegenheit, über das Thema Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit mit AWO Vorstand Michael Germayer und Stefan Wallner, dem Leiter der AWO Wohnungsnotfallhilfe, ins Gespräch zu kommen.

„Wir spüren hier etwas von der Lebenssituation der Menschen, die keine Wohnung finden“, sagte Martin Berni. Der Leiter der Straßenambulanz in Ingolstadt zog sich unter die schützende Plane zurück. Doch die Wohnungslosen sollten mehr haben als eine Plane über den Kopf. „Die AWO sorgt dafür, dass das soziale Gesicht im Landkreis ein freundliches ist“, lobte stellvertretender Landrat Otto Bußjäger in seiner Begrüßung. Der wirtschaftliche Abstieg könne im reichen Landkreis München schnell gehen, gab Bußjäger zu bedenken. „Gut, dass es als Auffangnetz die AWO gibt“, sagte er und prophezeite, dass auf den Sozialverband viel Arbeit zukomme.

Auch Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel bedankte sich für das Netzwerk, das die AWO aufgebaut habe und das für die Menschen in der Gemeinde hilfreich sei. Das bestätigten der Gräfelfinger Bürgermeister Peter Köstler, Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger und seine Stellvertreterin Judith Grimme sowie Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux. Auch J. Fisch, stellvertretender Leiter des Jobcenters, baut auf weitere gute Zusammenarbeit mit der AWO.

Für die Zubereitung der Suppe erhielten Tanja Fees, Wohnungsnotfallhilfe, und ihr Freund Markus tatkräftige Unterstützung von Maria, Hans und Marco. Die drei Mitarbeiter von Beckman Coulter, einem der weltweit führenden Hersteller von Messinstrumenten und Assays für die Medizin, halfen anlässlich eines Social Days bei der Zubereitung der Suppe. Statt für messgenaue Laborwerte sorgten sie für ein warmes Essen und waren dabei sehr zufrieden. „Uns macht das großen Spaß“, stellten sie fest und wollen gerne wieder helfen.

Zurück in die Gesellschaft – Kein Kinderspiel

Neben der Suppenküche lud der AWO Kreisverband München-Land e.V. zum Escape-Game mit dem Titel „Willkommen im Behördendschungel“ ein. Die Veranstaltung für Jung und Alt, organisiert in Kooperation mit der Würmtal-Insel, zeigte spielerisch, wie schwierig es sein kann, nach einem Schicksalsschlag den Weg durch den Behördendschungel zurück in Gesellschaft zu finden. „Das verlangt viel Geduld und Geschicklichkeit“, stellte Katharina fest und fischte mit einer Gerte nach dem Dach ihres Hauses. „Wer die Geduld verliert, hat verloren“, weiß sie jetzt.

28.03.2023

Von Eltern für Eltern: Der Frühjahrsbasar der Zwergerlstube

Am Samstag, 11. März 2023, ist es wieder so weit: Dann öffnet der große Frühjahrsbasar der Zwergerlstube in der Mehrzweckhalle (Bahnhofstraße) in Höhenkirchen-Siegertsbrunn von 10 bis 13 Uhr seine Pforten.

Im Angebot sind gut erhaltene Frühjahrs- und Sommerbekleidung bis Größe 164, Sportbekleidung sowie Sportschuhe, Fahrräder, Inlineskates und sonstige saisonbezogene Sportgeräte für Kids, Trachten- und Kommunionskleidung, Kinderwagen und Kindersitze für Auto und Fahrrad, Spielzeug, Bücher und Babyartikel.

Der Gesamterlös des Basars kommt der Zwergerlstube zugute.

Infos für Verkäufer:
Die Warenannahme findet am Freitag, den 10. März 2023, von 16 bis 19 Uhr in der Mehrzweckhalle statt. Ab sofort können Verkäufernummern online unter www.zwergerlstube-hksbr.de mittels easyBasar abgerufen werden. Die Online-Eingabe endet am Freitag, 10. März 2023, um 13 Uhr.

Pro Person können 40 Artikel abgegeben werden. Es werden ausschließlich gut erhaltene, saisongerechte, gewaschene, modische Artikel in einer unbeschädigten, beschrifteten Klappbox angenommen, an der ein von easyBasar generiertes Barcode-Etikett befestigt ist. Zehn Prozent des Verkaufserlöses sowie eine Bearbeitungsgebühr von 30 Cent pro nicht verkauftem Artikel werden als Kommission einbehalten.

Die nicht verkaufte Ware kann am Samstag, 11. März 2023, von 18 Uhr bis 19 Uhr zusammen mit dem Erlös wieder abgeholt werden. Nähere Informationen für Käufer und Verkäufer www.zwergerlstube-hksbr.de

02.03.2023

Gerichtsvollzieher im Rathaus Oberhaching – Gespräch zu einem brisanten Thema

Landkreis -­ Eine Wohnung wird zwangsgeräumt. Das ist eine Situation, die alle Beteiligten an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Die Menschen, die ihre Wohnung verlieren, genauso wie die Gerichtsvollzieher, die den Beschluss vollziehen. Und auch die zuständigen Mitarbeiter*innen in den Kommunen lassen solche extremen Situationen nicht kalt.

Wie mit solchen Ausnahmesituationen umgehen?

Stefan Wallner, Leiter der AWO Wohnungsnotfallhilfe für den Landkreis München, hat die Initiative ergriffen und die Gemeinden im Wohnungslosenberatungs-Verbund Süd-West-Nord zu einem Workshop zu diesem brisanten Thema eingeladen. Zwei Gerichtsvollzieher vom Amtsgericht München, tätig im Landkreis München, informierten und diskutierten mit den 30 Teilnehmer*innen aus 22 Kommunen. Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle hatte dafür den Sitzungssaal im Rathaus zur Verfügung gestellt.

Schnell war klar, wie viel die Praktiker miteinander zu bereden hatten. „Wir sind gerne gekommen“, stellten die Gerichtsvollzieher übereinstimmend fest. Offen beantworteten sie die Fragen der Rathaus-Mitarbeiter*innen, die die Möglichkeit zum Austausch gerne nutzten. Das persönliche Gespräch sei ihnen wichtig, sagte die Gerichtsvollzieherin, denn es biete die Chance für alle Beteiligten, strittige Punkte zu klären. „Auch für uns ist die Räumungssituation belastend“, gaben die Gerichtsvollzieher offen zu.

Der Personenkreis, den eine solche Räumung betrifft, ist vielschichtig und nicht immer einsichtig. In Ausnahmefällen ist bei der Räumung sogar die Polizei dabei, um Schlimmeres zu verhindern. Oft müssen Sprachbarrieren überwunden werden. Leben Kinder in der zu räumenden Wohnung, wird die Lage noch schwieriger.

Die Vertreter der Ämter atmen auf, wenn die AWO Wohnungsnotfallhilfe FOL bei der Zwangsräumung mit dabei ist. Seit mehreren Jahren betreut sie Menschen, die Ihre

Wohnung verlieren, vor und nach der Räumung. Die FOL-Mitarbeiter*innen nehmen mit ihnen vorher Kontakt auf, gehen hin und bieten Hilfe an. Die einen weinen, die anderen schlagen die Tür zu, andere machen gar nicht erst auf. „Die meisten aber sind dankbar, dass einfach jemand an ihrer Seite ist und sie durch den schweren Prozess der Zwangsräumung begleitet“, hat Wallner beobachtet. Insgesamt hat die AWO Wohnungsnotfallhilfe im vergangenen Jahr im Landkreis 59 Menschen zum Thema Zwangsräumung beraten.

In einzelnen Fällen gelang es, in letzter Sekunde die Wohnung zu retten, weil Jobcenter oder Landratsamt sich zu einem Mietschuldendarlehen durchringen konnten. Damit waren Gerichtsvollzieher und Möbelpacker arbeitslos.

Fazit: Gerichtsvollzieher, Rathaus-Mitarbeiter*innen und AWO wollen noch enger kooperieren, um den Betroffenen bestmöglichen Beistand zu gewähren.

08.12.2022