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Kinder & Jugend

Schlagwort: #SOZIALSERVICE

SIB-Berater: „Dass junge Menschen in die Beratung kommen, ist ein neuer Trend“

In Zeiten von „Jetzt kaufen, später zahlen“-Angeboten wie bei Klarna oder PayPal geraten immer mehr – vor allem junge – Verbraucher*innen in finanzielle Schwierigkeiten. Was auf den ersten Blick wie eine bequeme Bezahlfunktion wirkt, entpuppt sich oft als Einstieg in eine Schuldenfalle. Ein Gespräch mit Hermann Riedel und Almut Gruber von der Schuldner- und Insolvenzberatung (SIB).

Wie gefährlich sind Dienste wie PayPal oder Klarna aus Sicht der Schuldnerberatung?
Hermann Riedel:
Das Gefährliche ist, dass sie von den Klienten nicht als Banken wahrgenommen werden. Das sind eher Bezahlfunktionen und in dem Moment glauben sie, ist die Bezahlung auch geleistet. Dass sie im Grunde aber einen Kredit aufnehmen und dass sie in Ratenprobleme hineinlaufen, dass ein Kredit Geld kostet und teurer ist, das schätzen sie zu dem Zeitpunkt nicht richtig ein und Klarna und PayPal helfen auch nicht unbedingt mit, das transparent zu machen.

Was genau macht die „Später-bezahlen“-Funktion so riskant für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Riedel: Mein Eindruck ist, dass es gerade bei jüngeren Verbraucher*innen eine Haltung gibt, nicht mehr lange auf etwas warten zu wollen. Wenn man etwas haben will, dann bitte jetzt. Wenn man ein Paar Sneaker braucht, weil alle anderen sie haben, dann muss es sein. Wenn alle Leute ein iPhone haben, dann kann ich nicht mit einem alten Handy rumlaufen. Dieses Sofort-Haben wird dadurch erleichtert, dass man sagt, Du musst ja noch nicht bezahlen. Das ist ja erstmal ganz wenig, Du zahlst ja erstmal 19 Euro Rate. Das ist nicht schlimm, das kannst Du doch machen. So wird diese „instant gratification“ durch vorgegaukelte niedrige Raten erzeugt, die in der Summe jedoch alles teurer machen.

Worin unterscheiden sich diese Zahlungsdienste von klassischen Krediten oder Ratenzahlungen bei Banken?
Riedel: Bei Banken wird eine Prüfung vor dem Kredit vorgeschaltet, irgendjemand möchte nochmal ein Ausweispapier sehen, irgendjemand möchte sehen, was Du verdienst. Ein Formular muss im Regelfall ausgefüllt werden und dann muss man auch nochmal warten, weil irgendwo muss eine Zustimmung eingeholt werden, ob man den Kredit denn jetzt so vergeben kann. Oft sind die Banken ja auch noch ortsnah, das heißt: Man kennt die Leute und dann hat das mit Scham und Vorsicht zu tun, vor diesen Personen möchte man nicht als Schuldner dastehen. Das ist bei Klarna und PayPal viel anonymer, das sieht ja keiner. Wobei ich jetzt sogar gehört habe, dass es bei TikTok Challenges gibt: Wer hat mehr Klarna-Schulden? Klarna ist eine Bank! Wenn die merken, jemand kann seine Schulden nicht bezahlen, dann geht’s in die Mahnung und irgendwann taucht Monika Mumm auf, die berühmt berüchtigte Rechtsanwältin. Dann geht’s weiter mit Mahnbescheiden, Vollstreckungsbescheiden und Pfändung und jede Stufe wird dann der Schufa gemeldet und das Rating geht runter. Almut Gruber: Das ist das Schlimme, dass die Betroffenen so jung sind, sie versauen sich damit einiges. Das ist das Dramatische daran.

Welche Personengruppen sind besonders anfällig für die Schuldenfallen solcher Bezahldienste?
Riedel: Es sind die Jüngeren. Ich habe gerade zwei Klientinnen, die deutlich vor 20 schon angefangen haben ihre Einkäufe dort zu machen. Es ist gar nicht schwer ein falsches Geburtsdatum anzugeben, Klarna und PayPal machen es dem Verbraucher nicht schwierig dort einzukaufen. Dieses Verführbare: Jetzt kaufen, später zahlen – das ist in der Jugend sehr ausgeprägt. Bei älteren Menschen sind andere Themen vorherrschend, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit. Ältere Menschen werden nicht so durch dieses instant gratification angesprochen. Bei älteren Menschen spielt eher Spielsucht eine Rolle.

Wie häufig begegnen Ihnen in der Beratung Menschen, die aufgrund von Klarna- oder PayPal-Schulden Hilfe suchen?
Riedel: Dass die jungen Menschen in die Beratung kommen, ist ein neuer Trend. Das war vorher nicht so ausgeprägt. Es gibt die Jugendlichen, die darüber angesprochen werden, dass ihre Freunde auch alle dies oder das haben und das dann auch haben möchten. Die tappen dann in die Klarna-Falle. Ab 16 Jahren ist das relevant. Sobald sie ein Girokonto haben. Deswegen ist die Prävention ein so großes Thema, dass man auch schon in die Schulen geht, weil Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahre über solche Themen Bescheid wissen sollten. Derzeit haben so circa 10 % unserer Klient*innen ein Problem mit Klarna bzw. PayPal. 

Warum kommen die Jüngeren in die Beratung – aufgrund des Drucks oder weil Eure Arbeit präsenter ist?
Almut Gruber: Spätestens kommen Betroffene dann zu uns, wenn sie Angst bekommen aufgrund von Mahnbescheiden und der Angst, ins Gefängnis zu müssen. Da herrscht einfach das Unwissen, dass man nicht vor Gericht muss, aber das ist verständlich: Woher soll man das auch wissen? Es sieht auch gruselig aus. Es ist orange, es ist groß und es steht Schulden bzw. Gericht darauf. Um diesem Terror aus dem Weg zu gehen, führen die Wege hier her. Das ist psychisch belastend, vor allem, wenn man eine Depression hat oder krank ist. Das ist ein enormer Druck.

Was raten Sie Menschen, die bereits mehrere „Jetzt kaufen, später zahlen“-Zahlungen offen haben?
Riedel: Da fragen wir am besten auch noch meine Kollegin, weil ich hab da in meiner herzigen altmodischen Art gesagt: Dann müssen sie halt mal einen Haushaltsplan aufstellen. Also Kontoauszüge ausdrucken und schauen, was reinkommt und wie sieht das Delta aus? Da hat meine Kollegin erstmal herzlich gelacht und gesagt: Das macht heute kein junger Mensch mehr.
Gruber: Es gibt Möglichkeiten, wie zum Beispiel Finanzapps, da muss man natürlich auch immer behutsam umgehen, weil Du natürlich Deine Daten herausgibst und mit Datensicherheit sollte man sich immer auseinandersetzen. Riedel: Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Diejenigen, die einen Haushaltsplan machen können, brauchen keinen und die, die einen brauchen, kriegen es nicht hin.

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FIB-Team beim Sommerfest in Haar

Sommerfest Haar – gemeinsam mit dem Helferkreis

  • 🌸 Ein Tag voller Begegnung, Freude & Vielfalt 🌸

    Am 01.08.2025 haben wir gemeinsam mit dem Helferkreis Haar unsere Klient*innen und Gäste eingeladen, in entspannter Atmosphäre zusammenzukommen – drei Stunden voller Herzlichkeit, Lachen und Miteinander.

    💛 Unter dem Motto „Was ist Liebe?“ wollten wir Danke sagen und eine Botschaft teilen, die uns am Herzen liegt:

    ✨ Liebe ist bunt.
    ✨ Liebe ist etwas, das man schenkt.

    Alle Bilder, die diesen Gedanken begleiten, wurden liebevoll von Kindern ausgemalt – ein Projekt voller Kreativität und Freude. Danke an Frau Meisa Hayali für die wunderbare Idee und Umsetzung!🙏

    👥 Wer wir sind: Wir sind in Haar/Grasbrunn ein fünfköpfiges Team, das rund 430 Klient*innen aus verschiedenen Herkunftsländern begleitet – mit dem Ziel, ihre soziale Teilhabe zu stärken. Unsere Schwerpunkte: Asyl & Aufenthalt, Bildung, Arbeit und Erstorientierung vor Ort sowie in Deutschland.

    #AWO #München-Land #Sommerfest2025 #Helferkreis #Haar #TeilhabeStärken

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Teamfoto Regenbogenvilla auf Lauf

Wir waren dabei: Kinderhaus Regenbogenvilla beim Rückenwindlauf!

Unsere AWO Regenbogenvilla war beim diesjährigen Rückenwindlauf in Garching mit am Start – und das mit vollem Einsatz und guter Laune! 🤩

Ein ganz besonderes Highlight: Hortkind Zoe hat in ihrer Altersklasse mit einer super Zeit den 1. Platz über 5 km erreicht!🥇 Wir sind mächtig stolz auf dich, Zoe! 💪 Begleitet wurde sie von engagierten Kolleginnen aus der Regenbogenvilla.❤️

🏃‍♀️ Der Rückenwindlauf in Garching findet jährlich unter dem Motto „Wir laufen für Kinder“ statt. Der komplette Erlös kommt der Initiative krebskranke Kinder München e.V. zugute und unterstützt damit Familien in extremen Belastungssituationen.

#awo #regenbogenvilla #rückenwindlauf #rückenwindlauf2025 #garching #münchenland

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Collage aus Bildern von Menschen auf dem Sommerfest

Sommerfest im Beherbergungsbetrieb

🌪️☀️ Sommerfest im Beherbergungsbetrieb – wir feiern trotz Wind und Wetter! „Sturm, Regen und fliegende Pavillons? Kein Problem für unsere starke Gemeinschaft! 💪 Kurzentschlossen wurde umgebaut, der Mehrzweckraum verwandelte sich in eine bunte Festhalle.“ Angela Pfister-Resch, Einrichtungsleitung beim Beherbergungsbetrieb im Dreilingsweg, freut sich über ein gelungenes Sommerfest. Unten rechts auf dem Foto ist Frau Pfister-Resch zusammen mit Gerhard Zanker, Gemeindereferent und BHB-Nikolaus, zu sehen.

🌍 Bewohnerinnen brachten leckere Spezialitäten aus aller Welt mit.
🌯 Der Foodtruck versorgte uns mit Döner & Hendl.
🍰 Die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Menzing brachten Kuchen & halfen kräftig mit. Am Abend kam sogar die Sonne raus 🌞 – es wurde getanzt, gespielt und gelacht! Danke an alle, die mitgemacht, mitgeholfen und mitgefeiert haben – so geht Gemeinschaft! ❤️

#awo #awomünchenland #beherbergungsbetrieb #beherbergungsbetriebe #gemeinschaft

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Neue Schuldenfallen durch „Jetzt kaufen, später zahlen“ – AWO Schuldner- und Insolvenzberatung warnt vor Klarna und PayPal

Digitale Bezahldienste wie Klarna und PayPal bieten zunehmend „Später-bezahlen“-Funktionen an, die vor allem junge Menschen in Schuldenfallen locken. Die Schuldner- und Insolvenzberatung (SIB) der AWO München-Land warnt eindringlich vor den Risiken dieser Zahlungsdienste und appelliert an Verbraucher*innen, ihre Kosten genau zu prüfen.

„Viele Nutzerinnen und Nutzer nehmen Klarna und PayPal nicht als Banken wahr, sondern eher als einfache Bezahlfunktionen. Dabei schließen sie in Wirklichkeit Kredite ab“, erklärt Hermann Riedel von der SIB. Dadurch entstehe häufig ein falscher Eindruck über die tatsächlichen Ausgaben, der schnell zu finanziellen Problemen führen könne.

Die angebotene „Jetzt kaufen, später zahlen“-Option fördere zudem eine gefährliche Haltung: „Gerade junge Menschen wollen heute alles sofort haben. Niedrige Monatsraten wirken verlockend, doch in der Summe werden die Kosten oft erheblich teurer.“

Im Unterschied zu klassischen Bankkrediten fehlen bei Klarna und PayPal umfangreiche Bonitätsprüfungen und persönliche Beratung. „Die Hemmschwelle für Schulden ist hier deutlich niedriger. Die Folgen sind Mahnverfahren, negative Schufa-Einträge und erhebliche finanzielle Nachteile, die junge Menschen oft unterschätzen“, sagt Riedel.

Junge Erwachsene besonders häufig betroffen
Besonders betroffen sind junge Erwachsene: „Viele beginnen schon vor dem 20. Lebensjahr, Ratenzahlungen über diese Dienste zu nutzen. Kleine Beträge summieren sich schnell zu fünfstelligen Forderungen, die mit dem Einkommen nicht mehr zu stemmen sind.“ Die Schuldner- und Insolvenzberatung schätzt, dass rund zehn Prozent der Ratsuchenden Probleme mit Klarna oder PayPal haben.

Stärker in den Fokus nehmen: Präventionsarbeit an Schulen
Die AWO fordert daher mehr Präventionsarbeit, insbesondere an Schulen, um junge Menschen frühzeitig über die Risiken digitaler Zahlungsdienste aufzuklären. Ab Herbst ist geplant, dieses Engagement verstärkt in Schulen einzubringen – entsprechende Konzepte befinden sich derzeit in Vorbereitung. Zudem empfiehlt sie Betroffenen, Ausgaben genau zu überwachen und bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

22.07.2025

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Der Jahresbericht des AWO SozialService 2024 – erstmals erweitert durch Berichte aus den Klawotten und dem Fachbereich Migration

Seit Herbst 2024 gehören der AWO-Fachbereich Migration sowie die Klawotten zum SozialService. Die beiden Fachbereiche ergänzen die bisherigen Angebote der Wohnungsnotfallhilfe, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie des Betreuungsvereins. Seit Januar 2025 ist der Kreisverband außerdem Träger des Begegnungszentrums für Senioren in Unterschleißheim. Nun liegt erstmals ein umfassender Jahresbericht zu allen Bereichen vor.

FOL ist 18 Jahre alt: Wohnungserhalt steht an erster Stelle
Die inzwischen volljährige Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit (FOL) ist seit 2007 für die Bürger*innen im Landkreis München – dem bevölkerungsreichsten bayerischen Landkreis – im Einsatz. Im Jahr 2024 wurden 1.557 Personen beraten, davon konnten 1.432 Fälle positiv abgeschlossen werden. Die FOL wird vom Landkreis München vollständig finanziert.

Je früher ein Problem erkannt wird, desto schneller kann gehandelt werden. Die FOL unterstützt Menschen dabei, ihre Wohnung zu sichern oder neue Perspektiven zu entwickeln – durch schnelle Terminvergabe, individuelle Beratung bei Zwangsräumung, Hilfe bei Anträgen und die Anbindung an weitere Hilfen. Auch bei Wohnungssuche, finanzieller Sicherung und dem Aufbau persönlicher Ressourcen steht die FOL zur Seite.

Fünf Jahre Betreuungsverein: Die Betreuungen werden komplexer
Seit 2020 übernimmt der Betreuungsverein des AWO Kreisverbands München-Land gesetzliche Betreuungen im Landkreis – und stellt fest: Die Anforderungen steigen. Viele Fälle sind durch psychische Erkrankungen, Suchtproblematiken oder soziale Isolation besonders herausfordernd. Gleichzeitig fehlen oft Angehörige oder ehrenamtliche Unterstützer*innen.

Seit der Reform des Betreuungsrechts 2023 steht die Selbstbestimmung der betreuten Personen im Mittelpunkt – gesetzliche Betreuer*innen sollen vorrangig unterstützen statt vertreten. Damit steigen die Anforderungen an Fachlichkeit, Kommunikation und Organisation. Neben den Betreuungen selbst ist der Verein auch in der Beratung ehrenamtlicher Betreuer*innen aktiv und informiert zu Themen wie Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen und dem Ehegattennotvertretungsrecht.

Die AWO Klawotten: Das größte Ehrenamtsprojekt des Kreisverbands zählt 200 Engagierte in 2024
Was 2008 mit einem Laden in Ottobrunn begann, ist heute ein starkes soziales Projekt mit fünf Standorten im Landkreis München und einem weiteren in Gauting. Die AWO Klawotten bieten mehr als gut erhaltene Kleidung und Haushaltswaren – sie schaffen Begegnungsorte, unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen und stehen für gelebte Nachhaltigkeit. Ohne öffentliche Zuschüsse und getragen von einem engagierten Team und zahlreichen Spender*innen, verbindet das Projekt soziale Hilfe mit Ressourcenschonung – direkt, unbürokratisch und für alle. Mit über 200 Engagierten sind die Klawotten das größte Ehrenamtsprojekt des AWO Kreisverbands. Das hauptamtliche Team besteht aus 14 Mitarbeiter*innen.

AWO Flüchtlings- und Integrationsberatung bleibt gefragt
Auch im Jahr 2024 war die Nachfrage nach Beratung hoch: Über 8000 Gespräche wurden geführt und 838 Menschen – darunter 291 Minderjährige – in verschiedenen Lebenslagen unterstützt. Die Klient*innen kamen aus insgesamt 34 Herkunftsländern, am häufigsten aus der Ukraine, Afghanistan, Nigeria und Syrien. Thematisch standen rechtliche Fragen, Aufenthaltsstatus, Wohnen, Gesundheit und Bildung im Fokus. Die Beratungen fanden überwiegend direkt in den Unterkünften statt – für eine möglichst niederschwellige, wohnortnahe Unterstützung.

Mehr zum Jahresbericht 2024 des AWO SozialService
Mehr zu diesen Themen und weiteren Fachbereichen bzw. Einrichtungen – wie der Schuldner- und Insolvenzberatung, dem Familienzentrum „Alte Apotheke“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sowie dem Begegnungszentrum für Senioren – finden Sie im aktuellen Jahresbericht des AWO SozialService.

28.05.2025

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Judith Horsch-Plein
Referentin Presse und Social Media
Mobil 0176 16720948
presse@awo-kvmucl.de

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AWO Kreisverband München-Land e.V
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AWO München-Land informiert: Jung, gesund – und plötzlich hilflos? Warum auch junge Menschen Vollmachten und Verfügungen brauchen

„Dafür bin ich doch noch viel zu jung!“ – Viele junge Menschen beschäftigen sich nicht mit Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. Diese Erfahrung macht der Betreuungsverein des AWO Kreisverbands München-Land immer wieder. Doch das kann im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben – für Betroffene und Angehörige. Denn rechtlich darf niemand automatisch Entscheidungen für eine andere volljährige Person treffen, nicht einmal der/die Ehepartner*in oder die Eltern.

Fiktiver Fall – aber realistisch: Unfall im Ausland ohne Vollmachten
Nach dem Abi macht Max (Name frei erfunden) mit Freunden eine Reise durch Deutschland. Bei einem Rollerunfall erleidet er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Eltern erfahren davon – doch sie dürfen keine medizinischen Entscheidungen treffen, keine Unterlagen einsehen, keine Rückholung nach München organisieren. Eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht hätte den Eltern rechtlich das nötige Handlungsmandat gegeben. So mussten sie tagelang auf die gerichtliche Bestellung zum Betreuer warten, während der Zustand von Max kritisch blieb.

„Vollmachten und Verfügungen sind keine Frage des Alters, sondern der Verantwortung – sich selbst und anderen gegenüber“, sagt Stefanie Sonntag, Fachbereichsleitung beim AWO SozialService München-Land. „Gerade junge Menschen sind heute viel unterwegs: auf Reisen, beim Sport, beim Feiern. Ein Unfall oder eine Krankheit kann jeden treffen – unerwartet und ohne Vorwarnung.“

Die AWO München-Land bietet hierzu individuelle Beratung rund um Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung an. Interessierte erfahren, welche Dokumente sinnvoll sind, worauf sie achten müssen – und wie sich mögliche Fallstricke vermeiden lassen. Wer frühzeitig vorsorgt, sorgt nicht nur für sich selbst, sondern auch für Entlastung im Familien- oder Freundeskreis.

20.05.2025

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AWO Wohnungsnotfallhilfe: Messie-Projekt wird zum festen Bestandteil der präventiven Arbeit beim AWO KV München-Land

Das 2024 gestartete Projekt „wohnen+ Messie-Syndrom in der Wohnungsnotfallhilfe“ – finanziert durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales – wird ab 1. Juni 2025 fester Bestandteil der präventiven Arbeit des AWO Kreisverbands München-Land e.V. im Landkreis München. „Wir sind dankbar, dass wir mit diesem Angebot eine wichtige Lücke im Hilfesystem schließen können“, sagt Stefan Wallner, Fachbereichsleiter im SozialService der AWO München-Land.

Das Messie-Syndrom ist eine Zwangsstörung, bei der es zur Verwahrlosung der Wohnung oder Überfrachtung mit gesammeltem Material kommt und das kann im schlimmsten Fall den Verlust der Wohnung zur Folge haben.

„Das Projekt unterstützt Menschen, die unter dem Messie-Syndrom – einer anerkannten Krankheit – leiden, indem beim Entmüllen der Wohnungen unterstützt wird. Oft können die Betroffenen aufgrund des zwanghaften Hortens ihre Wohnungen kaum mehr bewohnen. Wir bieten praktische Unterstützung, gehen pädagogisch vor und bauen Vertrauen auf, um die/den Betroffene/n zu unterstützen, die Wohnung nicht zu verlieren“, erklärt Sozialarbeiterin Conny von Reinhardstoettner, die das Projekt beim Kreisverband mitaufgebaut hat.

Das Entmüllen des Wohnraums ist nur ein erster Schritt der Arbeit. In den meisten Fällen erscheint eine therapeutische Begleitung sinnvoll, um den Klienten zu ermöglichen, im Alltag besser mit der Situation umzugehen. „Im Rahmen des Projekts besteht eine Kooperation mit einer Klinik, die entsprechende therapeutische Maßnahmen anbietet. Am freien Markt ist es hingegen äußerst schwierig, einen spezifisch geeigneten Therapieplatz zu finden“, erläutert Stefan Wallner. Aus diesem Grund ist eine strukturierte Nachsorge ein zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts.

17.04.2025

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Gruppenfoto Fachaustausch Wohnungsnotfallhilfe Unterhaching

AWO-Wohnungsnotfallhilfe: Fachaustausch mit Gemeinden/Städten zum Thema „Schwierige Fälle bei der Unterbringung“

Die AWO Wohnungslosenberatung bringt regelmäßig die zuständigen Fachkräfte aus den inzwischen 22 Gemeinden und Städten des Landkreises München sowie der Gemeinde Krailling (Starnberg) zusammen. Anfang April stand der fachliche Austausch unter dem Thema „Schwierige Fälle bei der Unterbringung“. Seit 2009 unterstützt die Wohnungsnotfallhilfe des AWO Kreisverbands München-Land die Rathäuser bei dieser Herausforderung – mittlerweile mit einem Team von vier Mitarbeitenden. Die Praxisfälle, mit denen sie konfrontiert sind, bieten eine Fülle von komplexen und lehrreichen Beispielen.

Ein geschätzter Referent bei diesen Treffen ist Dr. Eugen Ehmann, ehemaliger Regierungspräsident von Unterfranken und Experte für Rechtsfragen rund um Wohnungslosigkeit in Kommunen. Gemeinsam mit AWO-Teamleiterin Tanja Fees leitete er die Diskussion praxisnah an. Dabei wurden Handlungsmöglichkeiten für besonders herausfordernde Fälle erarbeitet – immer im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Vorgaben. Unumstritten ist die Zuständigkeit der Ordnungsämter, sobald eine Gefahr für eine betroffene Person besteht. „Die Arbeit unserer Wohnungslosenberatung lebt gerade bei schwierigen Fällen von der engen Kooperation mit den Ordnungs- und Sozialämtern“, so Stefan Wallner, Fachbereichsleitung Wohnungsnotfallhilfe beim AWO Kreisverband.

Besonders schwierig gestaltet sich die Unterbringung von Menschen mit schweren Erkrankungen oder sehr verhaltensauffälligen Personen. Gerade bei psychisch kranken Wohnungslosen besteht eine erhöhte Fürsorgepflicht der Kommunen. Gemeinden, die über eigene Unterkünfte verfügen, haben hier deutlich mehr Handlungsspielraum.

Gastgeber des Treffens war dieses Mal die Gemeinde Hohenbrunn. Bürgermeister Stefan Straßmair begrüßte neben den Fachkräften aus den Gemeinden auch Vertreter des Jobcenters, Bernhard Sexl und Josef Fisch, sowie Jörn Scheuermann und Stephanie Watschöder von der Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern.

03.04.2025

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Betreuungsverein des AWO Kreisverbands München-Land e.V. bildet ehrenamtliche Betreuer*innen fort – alle Angebote kostenfrei

Der AWO Betreuungsverein bietet ehrenamtlichen Betreuer*innen und Angehörigenbetreuer*innen im Landkreis München regelmäßig Fortbildungen zu verschiedenen Aspekten der rechtlichen Fürsorge an.

Im April und Mai gibt es wieder zwei neue Veranstaltungen, die Themen sind „Elektronische Patientenakte“ und „Geldanlage in Eigenregie“. Beide Fortbildungen finden in hybrider Form statt, können also entweder vor Ort beim AWO SozialService in der Balanstraße 55 oder online besucht werden.

Hintergrundinformationen zum AWO Betreuungsverein
Unfall, Krankheit oder seelische, geistige oder körperliche Behinderung können dazu führen, dass wichtige Angelegenheiten des Lebens dauerhaft oder vorübergehend nicht mehr selbst erledigt werden können. Dann wird jemand benötigt, der die Interessen und Rechte des Betroffenen zum Beispiel gegenüber Ämtern, Behörden, Banken und Ärzten vertritt.

Der Betreuungsverein des AWO Kreisverbandes München-Land e. V. informiert Angehörige und Betroffene, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und wie eine gesetzliche Betreuung beantragt oder wieder aufgehoben werden kann.

Aufgabenbereiche einer gesetzlichen Betreuung können sein

 

  • Unterstützung bei der Regelung von finanziellen Angelegenheiten (Vermögenssorge)
  • Hilfe bei Gesundheitsfragen (Gesundheitsfürsorge)
  • Absprachen über den künftigen Lebensmittelpunkt (Aufenthaltsbestimmung)

    27.03.2025

Informationen zu kommenden Veranstaltungen

  • Elektronische Patientenakte

    04.2025 | 17.00 – 19.00 Uhr

    AWO Sozialservice | Betreuungsverein
    Balanstraße 55 | 81541 München | Ebene 0/hybrid

    Referentin: Günter Wolf, Seniorenvertretung für den Stadtteil Au-Haidhausen bei der LH München, Vorsitzender des Fachausschusses 8 – Digitalisierung und Mitglied im Digital Beirat bei der LH München

    Anmeldefrist: 23. April 2025

    Unsere Fortbildungen finden in hybrider Form statt. Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie vor Ort oder online teilnehmen möchten.

    Kontaktieren Sie mich!
    melanie.prautsch@awo-kvmucl.de

    Zum Betreuungsverein

  • Geldanlage in Eigenregie

    05.2025 | 17.00 – 19.00 Uhr

    AWO Sozialservice | Betreuungsverein
    Balanstraße 55 | 81541 München | Ebene 0/hybrid

    Referentin: Merten Larisch, Verbraucherzentrale Bayern e.V., Referent für Altersvorsorge, Geldanlage und Immobilienfinanzierung

    Anmeldefrist: 06. Mai 2025

    Unsere Fortbildungen finden in hybrider Form statt. Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie vor Ort oder online teilnehmen möchten.

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